Glossar

Aderlass

Venenblut wird zu therapeutischen Zwecken entnommen.
Der Aderlass kommt aus der evidenzbasierten Medizin, landläufig auch Schulmedizin genannt und wurde dort bis zur Entwicklung der Apparatemedizin sehr oft genutzt. Er erfährt derzeit dort eine gewisse Renaissance, ist aber primär der Naturheilkunde vorbehalten. Wissenschaftliche Studien zur Wirkung und Wirksamkeit sind praktisch unbekannt.

Akupunktur

Fernöstliche Herangehensweise um den beschriebenen Energiekreislauf des Körpers soweit wie möglich ins Gleichgewicht zu bringen. Akupunkturnadeln werden in spezifischen Punkte des Körpers gestochen. Dadurch lassen sich Beschwerden beeinflussen.

Die westliche evidenzbasierte Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, hat die Akupunktur bisher nicht in ihren Behandlungskanon aufgenommen. Das liegt aber vor allem daran, dass die Vorstellungen zur Entwicklung von Krankheitsbildern so sehr voneinander abweichen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat als supranationale Behörde dagegen die klassische TCM Akupunktur mit zahlreichen Anwendungsgebieten anerkannt.

Baunscheidtierung

Haut wird angestichelt. Ähnelt der Akupunktur.
Eine Anerkennung durch die evidenzbasierte Medizin hat dieses Verfahren nicht, wissenschaftliche Beweise durch valide Studien zur Wirkung und Wirksamkeit wurden nie initiiert und damit auch nicht erbracht. Es gehört zur Erfahrungsheilkunde, zumal Baunscheidt auch kein Mediziner war.

Blutegel

Blutegel werden an einer geeigneten Stelle angelegt, so dass sie einen kleinen Aderlass herbeiführen.

Auch wenn die Blutegel-Therapie zur Kernkompetenz der Naturheilkunde gehört und sich die evidenzbasierte Medizin zunehmend für ihren therapeutischen Einsatz interessiert, sind noch nicht alle Anwendungsgebiete durch ausreichende valide wissenschaftliche Studien abgesichert. Fragen Sie mich gerne.

Blutiges Schröpfen

Im Gegensatz zum Trockenen wird beim blutigen Schröpfen vor dem Aufsetzen des Glases die Haut leicht angestichelt.

Cantharidenpflaster

Ist ein Pflaster, das mit einem getrockneten und gemahlenen Pulver eines bestimmten Käfers bestrichen ist.

Craniosacrale Therapie

Teilgebiet der Osteopathie. Spannungen in bestimmten Körperregionen sollen durch sanfte Griffe verändert werden.

Diese manuelle Therapie wird, zumal in Deutschland, von der evidenzbasierten Medizin nicht anerkannt. Ausreichende wissenschaftliche Beweise für die Wirkung und Wirksamkeit sind nicht vorhanden. Wir beziehen uns also auf die Berichte einzelner Therapeuten.

Darmsanierung

Mischung aus individuellen Diäten, Nahrungsergänzungen und gezielten homöopathischen Mittelgaben. Ggf. inklusive ergänzender Labordiagnostik.

Auch die evidenzbasierte Medizin kennt die Darmsanierung, wendet sie aber im Vergleich zur Naturheilkunde nur sehr selten an. Oft, wenn praktisch das Kind bereits mit dem Bade verschüttet wurde, beispielsweise nach einer hochdosierten Antibiotikatherapie, die die natürliche Darmflora zerstört hat. Manches von dem, was die Naturheilkunde der Darmsanierung zurechnet, ist noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht, da bewegen wir uns auf dem Boden der Beobachtungen und logischen Hypothesen, aber unser gefestigtes Wissen nimmt zu.

Dry Needling

Bestimmte Verhärtungen im Muskelgewebe (sog. Triggerpunkte) werden durch die Anwendung von Akupunkturnadeln beeinflusst.

Das ist eine noch recht neue Therapiemethode, die mit Akupunkturnadeln vor allem in oder an die der Orthopädie wohlbekannten Triggerpunkte ausgeübt wird. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei den Faszien, deren Bedeutung für pathologische Prozesse immer mehr zunimmt. Das alles ist noch im Fluss, sowohl in der evidenzbasierten Medizin als auch in der Naturheilkunde. Die Studienlage ist somit noch längst nicht ausreichend.

Eigenblutbehandlung

Blut wird an einer Stelle des Körpers entnommen und an anderer Stelle zurückinjiziert. Dies soll unter anderem die Selbstheilungskräfte stimulieren.

Die Eigenbluttherapie gehört zu den etablierten Verfahren der Naturheilkunde. Von der evidenzbasierten Medizin wird sie zumeist abgelehnt, obwohl sich die Kenntnisse der immunologischen Wirkungen mehren. Die Wirkung und Wirksamkeit der Eigenbluttherapie wurde bisher noch nicht ausreichend naturwissenschaftlich belegt.

Ernährungsberatung

individuelle Beratung.

Fußreflexzonentherapie

Der Fuß wird in Zonen untergliedert, welche definierte Areale des Körpers wiederspiegeln sollen. Deren Massage bewirkt aus Sicht der Fußreflexzonentherapeuten eine Anregung des Stoffwechsels in diesen Gebieten und steigert somit wohl auch die Selbstheilung.

Wir bewerten die Fußreflexzonentherapie als komplementärmedizinische Methode ohne naturwissenschaftliche Beweisführung, damit auch keine Anerkennung durch die evidenzbasierte Medizin.

Homöopathie

Wirkung wird erklärt nach dem sog. Ähnlichkeitsprinzip (similia similibus curentur, Hahnemann). Danach lindert ein in verdünnter Form vorliegender Stoff Symptome, die er in seiner unverdünnten Form auslösen würde.

Von der evidenzbasierten Medizin wird die Homöopathie kaum anerkannt. Der Gesetzgeber erkennt sie dagegen als besondere Therapierichtung an, hat die Homöopathie in das Arzneimittelgesetz aufgenommen, regelt im homöopathischen Arzneibuch die Herstellung, und monographiert die Inhaltsstoffe, regelt auch die Qualitätsparameter.

Infusionen

Das Einbringen von Lösungen in den Körper über einen Zugang in eine Vene.

Irisdiagnostik

Beschaffenheit der Iris wird für Rückschlüsse auf den Körper herangezogen.

Die Irisdiagnose bezieht sich auf Veränderungen der Iris, die konstitutionell oder durch Krankheitsprozesse bedingt sein sollen. Eine Anerkennung der naturheilkundlichen Methode durch die evidenzbasierte Medizin liegt nicht vor. Ausreichende naturwissenschaftliche Studien zur Validität des Verfahrens sind nicht gegeben. Wir sehen die Irisdiagnose als ergänzendes Diagnoseverfahren.

Kinderosteopathie

Wie Osteopathie bei Erwachsenen - angepasst an das Entwicklungsalter des Kindes.

Kinesiotaping

Tape(-pflaster)-Verbände zur Stabilisierung/Stimulierung des Gewebes.

Kinesiotaping, auch Aku-Taping genannt, ist eine noch recht junge Methode ohne ausreichende wissenschaftliche Studien zur Beweisführung. Sie gewinnt aber immer mehr Anhänger, auch in Reha-Einrichtungen.

Körper-Gestalt-Therapie

Im Körper gespeicherte psychoemotionale Belastungsmuster werden durch Sprache und aktive und passive Bewegungen bewusst gemacht.

Neuraltherapie

Bei der Neuraltherapie wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokal-Anästheticum wie z. B. Procain) zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken an bestimmte Stellen des Körpers injiziert.

Die evidenzbasierte Medizin als wissenschaftliche Disziplin, nicht unbedingt einzelne Klinikärzte und niedergelassene Ärzte steht der Neuraltherapie ablehnend gegenüber. Ausreichende wissenschaftlich valide Studien zum Beweis der Wirkung und Wirksamkeit fehlen, so dass Anwendungsgebiete und Wirkungsweise den Beobachtungen der Entwickler und einzelner Therapeuten entsprechen.

Osteopathie

Der Osteopath sucht und behebt Bewegungseinschränkungen und beachtet dabei ganzheitliche Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Geweben. Der Osteopath arbeitet dabei ausschließlich unter Einsatz seiner Hände.

Grundsätzlich sei noch angemerkt, dass die Osteopathie in Deutschland weder von der evidenzbasierten Medizin anerkannt, noch bezüglich Wirkung und Wirksamkeit durch valide wissenschaftliche Studien bewiesen ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Osteopathie in Deutschland mittlerweile in anerkannten Studiengängen mit Bachelor oder Master Abschluss studiert werden kann. Alle „Anwendungsgebiete“ der Osteopathie sind demzufolge aus rechtlicher Sicht derzeit Beobachtungen einzelner Therapeuten ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung.

Physiotherapie

Physiotherapie umfasst die physiotherapeutischen Verfahren der Bewegungstherapie sowie die physikalische Therapie. Physiotherapie nutzt als natürliches Heilverfahren die passive - z.B. durch den Therapeuten geführte - und die aktive, selbstständig ausgeführte Bewegung des Menschen sowie den Einsatz physikalischer Maßnahmen zur Heilung und Vorbeugung von Erkrankungen.

Pulsdiagnostik

Beschaffenheit des Pulses wird für Rückschlüsse auf den Körper herangezogen.

Sauerstoff-/Ozontherapie

Verfahren um zusätzlichen Sauerstoff an die roten Blutkörperchen zu binden. Blut wird entnommen, mit dem Sauerstoff-/Ozongemisch angereichert und wieder zurück in den Körper gebracht. Alternativ gibt es die Möglichkeit das Gemisch über den Magendarmtrakt in den Körper zu bringen

Einige der recht vielfältigen Anwendungen der Ozontherapie, wie sie in der Naturheilkunde und Komplementärmedizin genutzt werden, sind nicht von der evidenzbasierten Medizin anerkannt und wissenschaftlich nicht durch valide Studien bewiesen. Hierzu können Sie mich gerne befragen.

Schüsslersalze

Körpereigene Mineralien werden dem Körper in homöopathisch aufbereiteter Form zugeführt um Mangelerscheinungen auszugleichen.

Der Gesetzgeber zählt die Schüßler-Salze zu den Homöopathika und damit zu den anerkannten besonderen Therapierichtungen.

Spagyrik

Spagyrik ist ein sehr altes und ganzheitliches Naturheilverfahren, welches bereits von Paracelsus (1493-1541) entwickelt wurde. Dabei werden Pflanzen so aufbereitet, dass sich die „spagyrischen“ Tinkturen nutzen lassen. Körper, Seele und Geist werden ins Gleichgewicht gebracht.

Es handelt sich hier um Erfahrungsheilkunde, die von Zimpel und seinen Schülern in die Naturheilkunde eingeführt wurde, wo sich alchemistische Überlegungen mit Grundprinzipien der Homöopathie verquicken. Folgerichtig ordnet der Gesetzgeber die Spagyrika auch den Homöopathika und damit den anerkannten besonderen Therapierichtungen zu.

Trockenes Schröpfen

In Glasgefäßen wird ein Unterdruck erzeugt und auf den Körper aufgesetzt. Dadurch wird das darunter liegende Gewebe hochgezogen. Eine Mehrdurchblutung wird erzeugt.

Schröpfen, sowohl blutig, als auch unblutig, gehört zu den Standarddisziplinen der Naturheilkunde und wird seit altersher in verschiedenen Kulturkreisen ausgeübt. Wie andere tradierte Naturheilverfahren ist das Schröpfen aber kaum durch wissenschaftliche Studien belegt. Hier fehlt wohl auch das Interesse an wissenschaftlicher Absicherung.